Eine Vision

Rotwild kommt in weiten Teilen des Bundesgebietes vor. Seine Verbreitungsschwerpunkte liegen in den größeren Waldgebieten sowie in vom Menschen gering besiedelten waldarmen Lebensräumen. Die meisten Populationen sind miteinander verbunden. Isolierte Populationen umfassen jeweils über hundert Tiere. Die räumliche Verteilung des Rotwildes entspricht im Wesentlichen seinen Ansprüchen und Neigungen. Im Winter kommt es mitunter zur Bildung größerer Rudel und zu Konzentrationen in günstigen Einstandsgebieten. In waldarmen Habitaten stellt sich Rotwild auch im Sommer gelegentlich zu größeren Rudeln zusammen.

Das Rotwild erhält sich weitgehend ohne Nahrungsunterstützung durch den Menschen. Natürliche Verluste, z. B. durch strenge Winter, Krankheiten oder Raubtiere, werden als Faktoren der natürlichen Umwelt verstanden und hingenommen. Das Rotwild hat einen hohen Stellenwert im Bewusstsein der Bürger. Sie fassen den Rothirsch als wertvollen Bestandteil der lebenden Umwelt auf und erwarten ein Management, das für einen weitgehenden Ausgleich der unterschiedlichen Interessen sorgt. In der Produktionslandschaft verursacht Rotwild gelegentlich Schäden. Diese werden von Grundeigentümern und Jagdnutzungsberechtigten gemeinsam getragen.

In der Regel erfolgt die Kontrolle des Rotwildes durch Jagd. Sie sorgt für eine Populationsgröße, die eine natürliche Entwicklung der Waldvegetation zulässt und keine unzumutbaren land- und forstwirtschaftlichen Schäden anrichtet. Sie trägt gezielt zu einer günstigen räumlichen Verteilung des Wildes bei, beugt übermäßigen Konzentrationen vor und gewährleistet eine ausreichende Anzahl von älteren, erfahrenen Tieren in der Population. Sie erhält das Rotwild als eine Naturressource, die dem Grundeigentümer eine nachhaltige Nutzung und dem nicht jagenden Bürger ein Erleben der Wildtiere ermöglicht. Interessierte Bürger haben von der Existenz dieser Tierart einen Gewinn.

Partner

  • Deutsche Wildtier Stiftung
  • Vauna
  • TU Dresden

Konzeption Südschwarzwald

Das Rotwildgebiet Südschwarzwald ist eines der fünf in Baden-Württemberg ausgewiesenen Rotwildgebiete. Seit Juni 2005 arbeitete eine Projektgruppe unter der fachlichen Lenkung durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) an einer großräumigen Konzeption für das Rotwildgebiet Südschwarzwald. Als Ergebnis liegt ein Management-Konzept vor, das den Lebensraum-Ansprüchen des Rotwilds, aber auch den Interessen der Landnutzer Rechnung tragen soll. Konzeption Südschwarzwald