Was tun?
Die Zeit ist reif - Immer mehr Menschen engagieren sich für den Rothirsch
Für den Rothirsch ist es eng geworden. Nur noch auf 23 % der Fläche der Bundesrepublik lebt die größte freilebende Art Deutschlands. Die Flächen splittern sich in 140 Gebiete auf, zumeist kleine Vorkommen, die für diese Art so wichtigen Wanderungen können kaum stattfinden. Mit dem Ausbau der Verkehrswege läuft die Zerschneidung und Isolierung noch weiter. Durch den äußeren Druck ist das Rotwild extrem scheu und heimlich geworden - sie sind für die meisten Menschen nicht mehr erlebbar.Doch neben Jägern und Förster engagieren sich auch die großen Naturschutzverbände und -verwaltungen, Verkehrswegeplaner und nicht zuletzt auch zahlreiche Politiker verstärkt für den Rothirsch.
Große Räume für große Tiere
Die Entwicklung von Rotwildlebensräumen muss fester Bestandteil jeder Raumplanung werden - das nutzt auch anderen Arten wie Wildkatze und Fischotter. Im Ausbau der Verkehrswege muss die Planung von Querungshilfen (Grünbrücken) routinemäßig mit berücksichtigt werden. Diese Maßnahmen unterstützen auch den genetischen Austausch und sind damit eine Grundlage für das langfristige Überleben der Art.
Regulierung oder Nutzung natürlicher Ressourcen?
Wolf und Luchs kehren langsam aber sicher nach Deutschland zurück. Wird dadurch die Bejagung des Rotwildes hierzulande bald überflüssig? Sicher nicht. Zum einen wird der Einfluss der Großräuber auch langfristig eine eher untergeordnete Rolle im Hinblick auf die Populationsgrößen des Rotwildes spielen. Zum anderen aber bedeutet die nachhaltige Bejagung des Rotwildes durch den Menschen auch die Nutzung einer natürlichen Ressource. Die Nachfrage nach Wildbret und dem Erlebnis einer Jagd gibt der Tierart einen monetären Wert. Dieser hilft, die Art langfristig zu erhalten und ihr ein artgerechteres Leben zu ermöglichen.
Von Menschen und Hirschen
Maßnahmen, die den Rothirsch betreffen, sind auch immer für den Menschen von Belang. Es gilt, die Ansprüche dieser Art mit den unterschiedlichen Interessen der Menschen in Einklang zu bringen. Hierbei spielen sozio-ökonomische und politisch-administrative Zusammenhänge eine bedeutende Rolle. Zur Lösung dieser Situation muss zukünftig stärker auf Mittel der Kommunikation gesetzt werden, nicht zuletzt auch für einen Imagewandel des Rothirsches.
Der Hirsch - ein Pflanzenfresser
Konflikte entzünden sich an den angeborenen Nahrungsgewohnheiten des Rothirsches, die lokal zu wirtschaftlichen Schäden führen können. Es ist aber unvermeidbar, dass Rothirsche die Vegetation in Wald und Feld beanspruchen. Der Grad dieser Beanspruchung wird aber nicht zuletzt auch von der Art und Weise der Rotwildbejagung und des politischen Umgangs mit dieser Wildtierart bestimmt. Dazu gehört, die Landschaft so zu gestalten, dass örtlich höhere Belastungen zugelassen werden können. Langfristig muss ein Konzept bereitgestellt werden, mit dem entstehende Schäden ausgeglichen werden.
Faszination Rothirsch
Durch ihre Größe und ihr Verhalten zählen Rothirsche zu den interessantesten Tieren Deutschlands. Heute sind die Tiere den meisten Menschen nur noch aus dem Fernsehen und aus Gehegen bekannt. Rotwild erlebbar zu machen, hält neben Entwicklungsmöglichkeiten für ländliche Räume auch ein großes Potential für Naturerfahrung und Umweltbildung bereit. Einem großen Interesse der Bevölkerung kann durch den richtigen Umgang mit freilebendem Rotwild entsprochen werden. Beispiele wie der Schweizerische Nationalpark, der Schönbuch in Baden-Württemberg und "Wildtierland", das Wildtiererlebnisprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern beweisen dies.







