Zum Vorkommen von TSE und bakteriellen ZNS-Infektionen beim Reh-, Rot- und Gamswild in Bayern

Seit Mitte der 60er Jahre tritt bei einigen Hirscharten in Nordamerika die Chronic Wasting Disease (chronisch zehrende Hirschkrankheit, CWD) auf, die, wie die BSE, zur Gruppe der Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) zählt. Eine erste, orientierende Untersuchung sollte prüfen, ob derartige Erkrankungen auch bei heimischen Wildwiederkäuern vorkommen. Aus differentialdiagnostischen und epidemiologischen Gründen wurden zusätzlich bakterielle Enzephalitiden (insbesondere Listeriose) berücksichtigt.

In dem Zeitraum vom 01.05.01 bis zum 30.01.02 wurden insgesamt 849 Hirnproben von Wildwiederkäuern (654 vom Rehwild (Capreolus capreolus), 189 vom Rotwild (Cervus elaphus) und 6 vom Gamswild (Rupicapra rupicapra) über ganz Bayern verteilt gewonnen (vgl. Abb. 1) und wie folgt untersucht:

• Nachweis von PrPres im Stammhirn mittels ELISA (Platelia BSE Purification und Detection Kit)

• Stichprobenartige (n = 87) immunhistochemische Untersuchung mit dem monoklonalen Antikörper L42

• Allgemeine bakteriologische Untersuchung (aerobe Anzucht auf Blut-, Normal- und Gassner-Agar; Differenzierung der Kolonien anhand mikroskopischer (Gramfärbung) und biochemischer (Katalase-Oxidase-, O-F-Test, BBL Crystal Testsysteme) Kriterien

• Selektiver Listeriennachweis

• Kultureller Nachweis (Selektivanreicherung); Identifizierung der Isolate mittels BBL-Crystal-Testsystem

• Nachweis des iap-Gens mittels Real-Time PCR (Lightcycler)

• Zur Abklärung der pathogenetischen Bedeutung bestimmter Keime wurden 87 Hirnproben zusätzlich histologisch (H. E. Färbung) untersucht.


Karin Schwaiger (1), Birgit Stierstorfer (2), W. Schmahl (2) und J. Bauer (1)

(1) Lehrstuhl für Tierhygiene, Technische Universität München, Freising-Weihenstephan

(2) Institut für Tierpathologie, Lehrstuhl Pathologie und Neuropathologie, Ludwig-Maximilians-Universität München


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