Ergebnisse, Konsequenzen und nächste Schritte

Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden

Eine positive Stimmung beherrschte die Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Verbände. Dem Rotwild in Deutschland mehr Lebensraum zu geben war ebenso Konsens, wie die Überzeugung, dass Wald und Wild zusammengehören.

Auch der Naturschutz habe sich zunehmend dem Thema „Rothirsch“ geöffnet und nutze diese Wildart mittlerweile offensiv, um seine Forderungen nach Querungshilfen über Trassen zu unterstreichen.

Einigkeit herrschte auch bei dem Ziel, das Rotwild populärer zu machen, die Bevölkerung für die Probleme unserer größten heimischen Wildart zu sensibilisieren und ihr die Möglichkeit zu eröffnen, Rotwild in freier Widlbahn zu erleben.

Als nächste Schritte seien Modellprojekte oder -regionen zu entwickeln, wo auf der einen Seite vorbildlich mit Rotwild umgegangen wird, oder wo auf der anderen Seite für entstehende Konflikte beim Auftauchen von Rothirschen im Konsens der Beteiligten tragfähige Lösungen entwickelt werden sollten.

Neben dieser konkreten Arbeit vor Ort müsse aber auch auf relevante Politikbereiche Einfluss genommen werden. Vor allem die Frage der zukünftigen Landnutzung wurde intensiv diskutiert. Bietet die Flächenstilllegung eine Chance für neue Wildtierlebensräume? Ja, aber wie lange wird es sie als Instrument der EU-Agrarpolitik noch geben. Werden Landwirte in Mittelgebirgen und auf sandigen Standorten zunehmend die Landwirtschaft einstellen? Ja, aber könnte der Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Energiegewinnung hier nicht eine zukunftsweisende Alternative darstellen. Und wie sind Flächen, die mit nachwachsenden Rohstoffen bestellt werden aus Sicht des Rotwildes zu beurteilen?   Auch wenn keine endgültigen Antworten auf diese Fragen gegeben werden konnten, waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass die Agrarpolitik eine bedeutsame Rolle bei der Frage nach zukünftigen Wildtierlebensräumen spielen wird und einig war man sich in der Überzeugung, dass die für das Rotwild relevanten Politikbereiche Agrar-, Forst- und Jagdpolitik besser miteinander verzahnt werden müssen.

Resümierend sprach ein Podiumsvertreter aus, was wahrscheinlich viele dachten: Die Zukunft für das Rotwild in Deutschland neu zu gestalten sei ein großes Problem, aber ein schönes Problem, was man sich gemeinsam aufhalsen sollte …

Tagungsband: Rotwildsymposium 2006

Freiheit für den Rothirsch - zur Zukunft der Rotwildgebiete in Deutschland

Die Publikation kann im Wildtiershop der Deutschen Wildtier Stiftung bestellt werden.
Tagungsband RWS 2006

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