Beute, Totem, Siegeszeichen

Seit Urzeiten sind Hirsche eine Jagdbeute des Menschen. Knochenfunde in steinzeitlichen Siedlungen zeugen davon. Der Hirsch als Nahrung  - und noch viel mehr: Die Decke lieferte Leder für Kleidung. Die Geweihstangen waren das Werkzeug, mit dem Klingen, Faustkeile, Speer- und Pfeilspitzen aus Feuerstein geschlagen wurden. Zähne und Knochen wurden zu Schmuck verarbeitet, der auch als Grabbeigabe oder an Opferstätten zu finden ist. In der Höhle von Lascaux zieren seit 40.000 Jahren Hirsche die Wände, die unsere Vorfahren so beeindruckend gestaltet haben.

Der Hirsch war wertvolle Jagdbeute - und nicht leicht zu erlegen. Wem es gelang, der war stolz und dankbar zugleich. Die Trophäe war das Siegeszeichen des Jägers, und gleichzeitig eine Mahnung ob seiner Abhängigkeit von der Natur. Der zukünftige Jagderfolg, so könnte er geglaubt haben, hing davon ab, dass er seine Jagdbeute ehrte und beschwichtigte, die spirituelle Verbindung zwischen Jäger und „Bruder Hirsch“ lebendig erhielt. Kulte und Riten sind daraus entstanden, deren Nachklang noch immer  erkennbar ist.
Seither erhält der erlegte Hirsch den „letzten Bissen“ und einen ehrenvollen Abschied. Und bis heute gehören Hirschlederne, Hirschhornknopf und Grandl-Schmuck zur alpenländischen Tracht, ein Hirschgeweih in jede bodenständige Gastwirtschaft.

Dr. Doris Hofer

Partner

  • Deutsche Wildtier Stiftung
  • Vauna
  • TU Dresden

Wild im Wald

Viele Jahre lang war der Rothirsch für die einen nur ein Waldschädling und für die anderen nur eine Jagdbeute. Doch bei der Diskussion um Wald und Wild kamen die positiven ökologischen Effekte des Rotwildes immer zu kurz. Zum Hubertustag 2010 hat die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit Burkhard Stöcker die Broschüre „Wild im Wald“ veröffentlicht. Sie wirft einen anderen Blick auf unser Schalenwild und plädiert für einen fairen Umgang mit Rothirsch und Co.. Wild im Wald